
Kompostieren und Komposter – wie geht das?
- Length
- 54 min
- Published
- 26 November 2021
- Language
- German
- Text from
- the audio
- Transcribed
- 9 October 2026
Summary
In dieser Folge von „keep it grün“ erklären Nils und Franz das Kompostieren im Naturgarten: was Kompost ist, warum das C/N-Verhältnis und Belüftung entscheidend sind und welche Materialien auf den Kompost dürfen. Im Mittelpunkt steht der gemeinsam gebaute Dreikammer-Komposter aus Haselnussruten und alten Brettern, dessen Aufbau, Standortwahl und Funktion sie im Detail besprechen. Abschließend gehen sie auf Wurmkomposter, Hühner als „Kompostierer“ und einen Ausblick auf ein Pflanzenkohle-Wasserfilter-Video ein.
Key points
- Kompost ist zersetztes organisches Material, das als nährstoffreicher, wasserspeichernder Bodenaufwerter dient und Bioabfälle im eigenen Kreislauf hält.
- Das C/N-Verhältnis aus Kohlenstoff und Stickstoff bestimmt, wie schnell Biomasse abgebaut wird; eine heterogene Mischung aus weiten und engen Verhältnissen ist ideal.
- Kompostierung ist ein aerober Prozess: Bei Sauerstoffmangel entsteht Methan, der Kompost sackt zusammen und stinkt.
- Der Dreikammer-Komposter bleibt an einem festen Standort; die Biomasse wird von Kammer zu Kammer umgeschippt, bis in der dritten fertige Komposterde entsteht.
- Die Seiten- und Rückwände des selbstgebauten Komposters bestehen aus gestapelten Haselnussruten, Trenn- und Frontwände aus alten Brettern.
- Guter Standort: offener, unversiegelter Boden, halbschattig, windgeschützt und nah am Haus in Permakultur-Zone 1 oder 2.
- Nicht auf den Kompost gehören pestizidbehandeltes Obst und Gemüse, behandeltes Holz, Kunststoff, Asche, Fleisch, Knochen und große Holzstücke.
- Auf der zweiten Kammer des Dreikammer-Komposters lässt sich ideal ein Kürbis pflanzen, der die nährstoffreiche Umgebung liebt.
Questions it answers
00:00Begrüßung und Pflanzenquiz
Worum geht es in dieser Folge und mit welchem Quiz startet sie?
Nils und Franz kündigen die Themen Kompostieren, den selbstgebauten Dreikammer-Komposter und ein abschließendes How-To an. Vorab spielt Nils ein Quiz, bei dem Franz echte Pflanzen wie den Leberwurstbaum und den Waliser Schwingel von ausgedachten unterscheiden soll.
- Zum Komposter-Bau erscheint einen Tag nach dem Podcast ein Video auf YouTube.
- Der Leberwurstbaum in Afrika träft längliche, nicht essbare Früchte.
- Die Verpiss-Dich-Pflanze wurde als Hunde-Katzen-Repellent beworben, ist aber wissenschaftlich nicht bestätigt.
06:40Kompostgrundlagen
Was ist Kompost und warum lohnt sich das Kompostieren?
Kompost ist zersetztes organisches Material, das als nährstoffreiche, wasserhaltende Erde den Boden verbessert. Durch Kompostieren behält man die Nährstoffe der Bioabfälle im eigenen Kreislauf, statt sie über die Biotonne wegzuschicken.
- Kompost ist eher ein hochwertiger Bodenaufwerter als ein klassischer Dünger.
- Zwei Fliegen mit einer Klappe: Abfälle loswerden und fruchtbare Erde gewinnen.
09:59C/N-Verhältnis und Belüftung
Warum ist das C/N-Verhältnis so wichtig und was passiert bei Sauerstoffmangel?
Das Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff bestimmt die Abbaugeschwindigkeit; eine heterogene Mischung ist ideal. Ohne Sauerstoff kippt der Prozess in eine anaerobe Verrottung mit Methanbildung – der Kompost stinkt und sackt zusammen.
- Holz und Stroh haben weite, Küchenabfälle enge C/N-Verhältnisse.
- Methan ist etwa 32-mal klimaschädlicher als CO2.
- Unten im Komposthaufen sorgt eine Reisigschicht für Belüftung.
18:14Kompostarten und Dreikammer-Prinzip
Welche Kompostarten gibt es und wie funktioniert der Dreikammer-Komposter?
Neben Heißkompostern (isoliert, tägliches Wenden, ca. 60 Grad) und klassischen Mieten stellt Franz den Dreikammer-Komposter vor: Die Biomasse wandert von Kammer zu Kammer, während der Komposter fest an einem Standort bleibt. In der dritten Kammer entsteht fertige Komposterde.
- Beim Umschippen wird durchmischt und neu belüftet.
- Die erste Kammer kann auch als Nachfüll-Behälter dienen.
- Auf die ruhende zweite Kammer passt ideal ein Kürbis.
25:11Selbstbau und Standort
Wie wurde der Komposter gebaut und wo sollte er stehen?
Seiten- und Rückwand bestehen aus gestapelten Haselnussruten, Trenn- und Frontwände aus alten Brettern – aufwendig, aber machbar und optisch schön. Der Standort braucht offenen, unversiegelten Boden, Halbschatten, Windschutz und Nähe zum Haus.
- Gerade Haselnussruten zu finden ist die aufwendigste Arbeit.
- Mikro- und Makroorganismen müssen aus dem Boden einwandern können.
- Eine leichte Hanglage erleichtert das Umschippen.
31:05Wurmkomposter und Hühner
Welche Alternativen und Ergänzungen zum klassischen Kompost gibt es?
Ein Wurmkomposter in einer alten Badewanne nutzt Kompostwürmer in einem geschlossenen System; daraus lässt sich mikrobieller Wurmtee herstellen, im Winter drohen aber Frostschäden. Hühner können Küchenreste fressen und auf Permakultur-Farmen sogar Kompost umsetzen.
- Wurmkomposter gibt es auch als Indoor-Lösungen für die Küche.
- Ein Start mit aktiver Komposterde bringt die Mikroorganismen ein.
- Hühner freuen sich über manche Küchenreste, aber nicht über Pflanzenreste.
37:33Was darf auf den Kompost?
Welche Materialien gehören auf den Kompost und welche nicht?
Fast alles Natürliche darf drauf: Eierschalen, Kaffeesatz, unbehandelte Zitrusfrüchte, trockener Rasenschnitt, Zeitungen mit Druckerschwärze. Verboten sind pestizidbehandeltes Obst und Gemüse, behandeltes Holz, Kunststoff, Asche, Fleisch, Knochen und große Holzstücke.
- Unbehandelte Orangenschalen verrotten nur langsam wegen ätherischer Öle.
- Asche hat einen pH-Wert von etwa 13 und sollte wegbleiben.
- Beikrautsamen nur in den heißen Kern des Komposts geben.
48:27Ausblick und Abschluss
Was plant der Podcast als Nächstes?
Franz will im nächsten Video ausprobieren, ob sich mit Pflanzenkohle Schmutzwasser zu klarem, nicht stinkendem Wasser filtern lässt. Außerdem bitten die beiden Hörer, die Umfrage in den Show Notes auszufüllen, um Feedback für künftige Folgen zu bekommen.
- Das Wasserfilter-Video erscheint auf YouTube, Ergebnisse werden im Podcast besprochen.
- Kontakt: podcast@keep-it-gruen.de, YouTube, Instagram und die Website.
Notes
Was ist Kompost?
- Kompost ist organisches Material, das von Makro- und Mikroorganismen in seine Bestandteile zersetzt wurde – bildlich wie eine Lego-Burg, die in Einzelsteine zerlegt wird.
- Er ist ein hochwertiger Bodenaufwerter: nährstoffreich, wasserhaltend und fruchtbar, aber kein klassischer Dünger wie Mulch.
- Kompostieren passt zum Permakultur-Kreislaufgedanken: Bioabfälle bleiben im eigenen System statt in der Biotonne zu landen.
Das C/N-Verhältnis
- C steht für Kohlenstoff, N für Stickstoff. Ein weites Verhältnis (viel C, z. B. Holz, Stroh) bedeutet langsamen Abbau; ein enges (viel N, z. B. Küchenabfälle) schnelleren.
- Ideal ist eine heterogene Mischung aus weiten und engen Verhältnissen – wie eine gute Komposition beim Kochen.
- Zu viel Stickstoff lässt den Kompost zusammensacken, schmierig werden und stinken.
Aerob statt anaerob
- Kompostierung braucht Sauerstoff; nur so bleibt sie geruchsfrei und setzt CO2 statt Methan frei.
- Methan ist rund 32-mal klimaschädlicher als CO2 (CO2-Äquivalent), deshalb muss der Kompost gut belüftet sein.
- Klassische Komposthaufen beginnen unten mit einer Reisigschicht für die Belüftung.
Der Dreikammer-Komposter
- Die „Profi-Variante“: Biomasse wird von Kammer zu Kammer umgeschippt, der Komposter bleibt am festen Standort.
- Beim Umschippen wird durchmischt, Sauerstoff kommt wieder ran, Ränder wandern nach innen.
- Auf der ruhenden zweiten Kammer lässt sich z. B. ein Kürbis pflanzen, der kompostreiche Umgebung liebt.
- Gebaut aus Haselnussruten (Seiten- und Rückwand) und alten Brettern (Trenn- und Frontwände); Video folgt auf YouTube.
Standort
- Offener, unversiegelter Boden, damit Organismen einwandern können; halbschattig, windgeschützt, nah am Haus (Permakultur-Zone 1–2).
- Abdecken schützt vor Austrocknen und Erfrieren.
Was drauf darf und was nicht
- Gut: Küchenabfälle wie Eierschalen, Kaffeesatz, Kaffeefilter, Zitrusfrüchte (unbehandelt, dauern länger), trockener Rasenschnitt, unbedruckte/laminierte-freie Zeitungen.
- Schlecht: pestizidbehandeltes Obst/Gemüse, behandeltes Holz, Kunststoff, Asche (pH ~13), Fleisch, Knochen, große Holzstücke.
- Samen von Beikräutern wie Giersch nur in heißen Kompost (ca. 60 Grad im Inneren) geben.
- Laub eignet sich oft besser zum Mulchen; Holzreste eher zur Pflanzenkohle.
Weitere Themen
- Wurmkomposter (z. B. in einer alten Badewanne) liefern Wurmtee; im Winter drohen Würmer zu erfrieren.
- Hühner können Küchenreste verwerten und Kompost umsetzen.
- Nächstes Video: Wasserfilter aus Pflanzenkohle; Hörer-Umfrage in den Show Notes.
Transcribed automatically from the audio. Summary and notes written by AI from the transcript, so check anything important against the recording.
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