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🏡 1.000 Arten auf 200 Metern - was eine heimische Hecke wirklich kann

Length
36 min
Published
16 July 2026
Language
English
Text from
the audio
Transcribed
4 October 2026
Notes in English.

Summary

In dieser Folge des Naturgarten-Podcasts geht es um Hecken als Lebensraum: Eine Studie fand auf nur 85 Metern Hecke über 2.000 Tier- und Pflanzenarten, vor allem Insekten. Die beiden Moderatoren erläutern die Geschichte der Hecken, etwa die Knicks in Schleswig-Holstein, und erklären, warum Hecken so artenreich sind und welchen Nutzen sie für Felder haben. Abschließend geben sie konkrete Empfehlungen, wie man eine heimische, artenreiche Hecke anlegt und pflegt.

Key points

  • Eine 85 Meter lange Hecke in England beherbergte laut Studie 2.070 Tier- und Pflanzenarten, davon etwa 1.700 Insektenarten.
  • Bedrohte Arten wie Singdrossel, Heckenbraunelle und Haselmaus finden in Hecken Lebensraum, weil es immer weniger Hecken gibt.
  • Knicks in Schleswig-Holstein sind alte Wallhecken, die als langgezogene Wälder gelten und Wind schützen.
  • In England sank die Heckenglänge von 1 Million Kilometern (1950) auf 477.000 Kilometer (2007), vor allem wegen größerer Felder und Maschinen.
  • Hecken sind artenreich, weil sie viele Lebensräume und Mikroklimazonen auf engem Raum vereinen.
  • Für Felder ergibt sich netto kein klarer Effekt: minus 29 % Ertrag direkt an der Hecke, aber plus 6 % durch Windschutz und Nützlinge weiter innen.
  • Thuja- und Kirschlorbeer-Hecken bieten kaum Vorteile für die Biodiversität, da Vögel und Insekten damit wenig anfangen können.
  • Empfohlene heimische Heckenpflanzen sind unter anderem Weißdorn, Schlehe, Hasel, Holunder, Feldahorn, Hartriegel und Pfaffenhütchen.

Questions it answers

01:00Studie zur Artenvielfalt

Wie viele Arten leben in einer heimischen Hecke?

Eine Studie über mehrere Jahre fand auf 85 Metern Hecke in England 2.070 verschiedene Tier- und Pflanzenarten, davon etwa 1.700 Insektenarten, 50 Spinnen und 56 Pilzarten. Besonders bedrohte Arten wie Singdrossel, Heckenbraunelle und Haselmaus wurden dort gefunden.

  • Eine 85 Meter lange Hecke beherbergte über 2.000 Arten, davon etwa 1.700 Insekten.
  • Bedrohte Arten wie Singdrossel, Heckenbraunelle und Haselmaus finden in Hecken Zuflucht.

05:22Geschichte der Hecken

Woher kommen Hecken und wie haben sie sich historisch entwickelt?

Hecken gibt es seit der Bronzezeit, zunächst als Feldgrenzen. In Schleswig-Holstein gibt es die alten Knicks, Wallhecken, die als langgezogene Wälder gelten. Im 18. und 19. Jahrhundert gab es eine große Einfriedungswelle, doch durch Flurbereinigung und größere Maschinen verschwanden viele Hecken wieder.

  • Knicks sind Wallhecken und gelten als die 'nordische Version der Wälder'.
  • In England sank die Heckenglänge von 1 Million Kilometern 1950 auf 477.000 Kilometer 2007.

12:18Warum Hecken artenreich sind

Was macht eine Hecke so artenreich?

Eine Hecke bietet viele verschiedene Lebensräume auf kleinstem Raum: Boden, Kraut-, Strauch- und Baumschicht, ähnlich einem kleinen Wald. Sie schafft Mikroklimazonen mit bis zu 15 Grad Temperaturunterschied zwischen Süd- und Nordseite, sodass wärmeliebende Arten wie Zauneidechsen neben anderen Tieren leben können.

  • Eine Hecke vereint Boden-, Kraut-, Strauch- und Baumschicht auf engem Raum.
  • Süd- und Nordseite einer Hecke können sich um bis zu 15 Grad unterscheiden.

18:09Nutzen für die Landwirtschaft

Helfen Hecken den angrenzenden Feldern oder schaden sie?

Hecken haben direkt am Rand einen negativen Effekt auf den Ertrag (minus 29 Prozent bis zur doppelten Heckenhöhe durch Schatten und Wurzelkonkurrenz), aber bis zur 20-fachen Höhe gibt es 6 Prozent Ertragszuwachs durch Windschutz und Nützlinge. Netto gleicht sich das aus; Blühstreifen zeigten gezieltere positive Effekte.

  • Der Nützlingseffekt einer Hecke reicht 100 bis 200 Meter ins Feld.
  • Netto ergibt sich kein klarer positiver oder negativer Effekt auf den Feldertrag.

21:41Probleme mit Thuja und Kirschlorbeer

Sind Thuja- und Kirschlorbeer-Hecken schlecht für die Biodiversität?

Exotische Pflanzen wie Thuja und Kirschlorbeer haben deutlich weniger positiven Einfluss auf die Biodiversität als heimische Gehölze. Thuja-Hecken sind so dicht, dass viele Tiere gar nicht hineinkommen und Vögel dort deutlich seltener brüten.

  • Thuja-Hecken sind oft zu dicht für brütende Vögel.
  • Exotische Pflanzen bieten Insekten kaum Nahrung.

24:58Hecke richtig anlegen

Wie legt man eine artenreiche Hecke am besten an?

Pflanzen sollte man im Oktober bis November (alternativ März bis April) mit 50 Zentimeter bis 1,50 Meter Abstand, idealerweise in Zickzack-Form und zwei bis drei Meter breit. Fünf bis sieben verschiedene heimische Arten mit unterschiedlichen Blüte- und Fruchtzeiten sind optimal, dazu ein 50 Zentimeter bis 1 Meter breiter Saum als Übergang.

  • Pflanzzeit ist Oktober bis November, nicht im Sommer.
  • Fünf bis sieben verschiedene Arten mit unterschiedlichen Blütezeiten sind ideal.
  • Ein Pflanzabstand von 50 cm bis 1,50 m ist nötig.

30:06Pflege, Kosten und Abschluss

Wie pflegt man eine Hecke und was kostet sie?

Zwischen März und September sollte man Hecken nicht schneiden, da Vogelbrutzeit ist; am besten pro Jahr nur eine Seite schneiden. Pflanzen kosten 10 bis 25 Euro pro Stück, also etwa 20 bis 30 Euro pro Meter Hecke. Die Moderatoren bitten Hörer um Vorschläge für wichtige Naturgarten-Pflanzen.

  • Von März bis September nicht schneiden wegen der Vogelbrutzeit.
  • Pflanzen kosten 10 bis 25 Euro, also 20 bis 30 Euro pro Meter Hecke.
  • Hörerfeedback zu Lieblingsheckenpflanzen ist erwünscht.

Notes

Artenvielfalt in der Hecke

  • Eine Studie untersuchte eine 85 Meter lange Hecke in England über mehrere Jahre und fand 2.070 Tier- und Pflanzenarten.
  • Der größte Teil waren Insekten (etwa 1.700), dazu 50 Spinnen, 56 Pilzarten, 25 Moose und 17 Gehölze.
  • Bedrohte Arten wie Singdrossel, Heckenbraunelle und Haselmaus wurden nachgewiesen.

Geschichte der Hecken

  • Erste Hecken stammen aus der Bronzezeit (vor über 3.000 Jahren) und dienten als Feldgrenzen.
  • In Schleswig-Holstein gibt es die Knicks, alte Wallhecken, die als "nordische Version der Wälder" gelten.
  • Im 18./19. Jahrhundert (1750–1820) gab es eine große Einfriedungswelle; in England waren es 1950 etwa 1 Million Kilometer Hecke, 2007 nur noch 477.000 Kilometer.
  • Faustregel zur Altersbestimmung: pro Jahrhundert eine Gehölzart – zwei Arten bedeuten etwa 200 Jahre.

Warum Hecken artenreich sind

  • Eine Hecke vereint Boden-, Kraut-, Strauch- und Baumschicht auf engstem Raum – ein "kleiner Wald".
  • Mikroklimazonen: bis zu 15 Grad Unterschied zwischen Süd- und Nordseite, z. B. für Zauneidechsen.
  • Je mehr verschiedene Straucharten, desto artenreicher die Hecke.

Nutzen für Felder

  • Nützlingseffekt: etwa 16 % mehr Nützlinge, reicht aber nur 100–200 Meter ins Feld.
  • Direkt an der Hecke (bis zur doppelten Höhe): minus 29 % Ertrag durch Schatten und Wurzelkonkurrenz.
  • Bis zur 20-fachen Heckenhöhe: plus 6 % Ertrag durch Windschutz und Nützlinge – netto neutral.

Anlage und Pflege

  • Pflanzzeit: Oktober bis November (alternativ März/April), nie im Sommer.
  • Abstand 50 cm bis 1,50 m, Zickzack-Methode, Breite 2–3 Meter, 5–7 Arten mit gestaffelten Blütezeiten.
  • Saum von 50 cm bis 1 m als Übergang; Schnitt nicht von März bis September (Vogelbrutzeit), nur eine Seite pro Jahr.
  • Kosten: 10–25 Euro pro Pflanze, ca. 20–30 Euro pro Meter Hecke.

Empfohlene heimische Gehölze

  • Weißdorn, Schlehe (blüht früh, März/April), Hasel, Holunder, Feldahorn, Hartriegel, Pfaffenhütchen.
  • NABU-Liste mit geeigneten Pflanzen ist in der Podcast-Beschreibung verlinkt.

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